IPCC, der Weltklimarat: Wer dahintersteht und wie seine Berichte entstehen
Im Jahr 1988 entstand auf Initiative der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) der IPCC, auf Deutsch Weltklimarat genannt. Seine Berichte werden in Debatten über Klimapolitik häufig zitiert. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wer dahintersteht und woher die Inhalte stammen. Misst das Gremium selbst Temperaturen und betreibt es eigene Forschung? Nein. Wie es stattdessen arbeitet, erklärt der folgende Text.

Was ist der IPCC?
Der Name steht für Intergovernmental Panel on Climate Change, auf Deutsch Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen. Das Gremium ging aus der Initiative zweier UN-Organisationen hervor, der WMO und des UNEP. Sein Sekretariat sitzt in Genf.
Entscheidend ist: Der IPCC betreibt selbst keine Forschung. Er bewertet die bereits veröffentlichte wissenschaftliche Literatur und fasst sie zusammen. Die Autorinnen und Autoren der Berichte sichten vorhandene Arbeiten, ordnen die Ergebnisse ein und bereiten den Wissensstand so auf, dass Regierungen ihn nutzen können. Der Weltklimarat ist daher eher ein bewertendes Gremium als ein Forschungsinstitut. Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Jede Aussage stützt sich auf Arbeiten, die zuvor in der Fachliteratur erschienen sind, nicht auf eigene Messungen des Gremiums.
Wie entsteht ein Klimabericht?
Die Grundlage bilden die Sachstandsberichte, auf Englisch Assessment Reports. An jedem Bericht arbeiten drei Arbeitsgruppen. Die erste befasst sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen, die zweite mit den Folgen und der Anpassung, die dritte mit der Minderung des Klimawandels. Diese Aufteilung trennt die Beschreibung des Phänomens von der Analyse seiner Folgen und möglicher Maßnahmen. Das erleichtert die Orientierung bei der Suche nach einem bestimmten Thema.
Bisher wurden sechs Berichtszyklen abgeschlossen. Der sechste Sachstandsbericht (AR6) wurde 2023 mit einem Synthesebericht abgeschlossen, der die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen zusammenführt.
Jeder Bericht wird vor seiner Veröffentlichung von Fachleuten und Regierungen begutachtet. Sowohl Wissenschaftler als auch Vertreter der Staaten prüfen den Text. In die endgültige Fassung fließt somit neben der Arbeit der Autorenteams auch die Bewertung zweier verschiedener Gruppen von Gutachtern ein.
Wer entscheidet über die Zusammenfassungen?
Die Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger bilden einen eigenen Teil jedes Berichts. Für sie gilt ein anderes Verfahren als für die vollständigen Kapitel. Regierungsvertreter stimmen die Zusammenfassungen Zeile für Zeile ab. Die wissenschaftlichen Inhalte stammen dabei von den Autoren. Die Regierungen schreiben die Wissenschaft also nicht neu, sondern genehmigen gemeinsam deren Darstellung.
Die Zusammenfassung beruht somit auf zwei Grundlagen: der wissenschaftlichen Literatur, wie sie von den Autoren dargestellt wird, und der Zustimmung der Staaten, für die sie bestimmt ist. Diese Unterscheidung erklärt, warum die Einrichtung sowohl als wissenschaftlich als auch als zwischenstaatlich gilt.
Fazit
Der IPCC ist eine Einrichtung mit Sekretariatssitz in Genf. Seit 1988 bewertet er veröffentlichte Forschung und fasst sie zusammen, statt selbst zu forschen. Jeder Klimabericht entsteht in drei Arbeitsgruppen und wird von Fachleuten und Regierungen begutachtet. Die Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger bieten einen guten Einstieg in die Ergebnisse des Weltklimarats.